Amapra

Ayurveda-Massage-Praxis

Shishira Ritu

Shishira Ritu: Der späte Winter

Im klassischen Ayurveda wird das Jahr in sechs Jahreszeiten eingeteilt. Shishira Ritu ist eine davon.

Aus kalendarischer Sicht befinden wir uns seit dem 22.12. letzten Jahres im so genannten späten Winter. *

*Auch wenn die Temperaturen über die Jahre stetig ansteigen und das tatsächliche Wetter von den beschriebenen Gegebenheiten abweichen kann, werde ich mich im Folgenden an die kalendarischen Daten halten. Sie bestimmen bitte selbst, wie Sie ihre Gewohnheiten entsprechend der tatsächlichen Naturverhältnisse anpassen möchten.

Das Verdauungsfeuer Agni) ist im Winter relativ stark, so dass im Allgemeinen selbst schwere Kost gut verdaut werden kann. Abgesehen davon, dass wohl die meisten von uns in der Winterzeit eher zu warmen als zu kalten Speisen greifen möchten, gehen die ayurvedischen Nahrungsempfehlungen tatsächlich in die Richtung, die Bioenergie Vata zu stärken, was bedeutet, dass die zu empfehlende qualitativ hochwertige Nahrung nicht nur warm und in guter Menge sowie eher ölig als trocken sein sollte. Durch eine vielseitige und ausgewogene ayurvedische Ernährung stärken Sie Ihre gesunde Konstitution (Prakriti) und nähren die körpereigenen Gewebe (Dhatus).

Die für Shishira-Ritu genannten Empfehlungen gelten insbesondere für die so genannten Vata-Typen, deren Bioenergie sich so zu sagen verdoppelt, da diese quasi von Natur aus eher zu geringem Gewicht, zu Trockenheit neigender Haut, zu schnellem Kälteempfinden neigen sowie zu Störungen wie Blähungen und Verstopfungen tendieren. Essen Sie unbedingt ausreichend, bestenfalls schon morgens warme süße Speisen und ansonsten gut befeuchtende gewürzte Speisen, die immer auch mit etwas Fett, Sahne angereichert werden können! Die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig besänftigen Vata, sind also ebenfalls vorteilhaft für ein gelungenes ayurvedisches Essen im Winter.

Im Allgemeinen wird das Trinken von warmen Getränken, wie z.B. warme Milch mit Gewürzen oder Honig (den letzteren bitte erst im trinkfähigen Zustand hinzufügen) aber auch Wein zum Essen wird durchaus empfohlen. Solange die Speisen gut gewürzt sind, solange z.B. den warmen Suppen entsprechende Kräuter hinzugesetzt werden, sollte auch Wurzelgemüse gut verdaulich sein und keine Beschwerden verursachen.

Ein Rezept für ein leckeres Pastinaken-Süppchen, finden Sie übrigens in meinem Rezepte- Blog.

Im Ayurveda ist es immer wichtig, einen Ausgleich zur eigenen Natur aber auch zu den äußerlichen Bedingungen herzustellen also sich den aktuell vorherrschenden Bioenergien entsprechend anzupassen.

Achten Sie im Winter auf warme feuchtigkeitsregulierende Kleidung sowie insbesondere zu gutem Kopf- und Ohrenschutz, da gerade der kalte, trockene Wind das Vata-Dosha erhöht. Meiden Sie Kaltgetränke und gehen Sie gerade auch jetzt täglich an die frische Luft, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Erfreuen Sie sich an regelmäßigen warmen Ölmassagen, wie z.B. der ayurvedischen Abhyanga, die auch im Winter für die so genannten Kapha-Typen eine Wohltat sein kann.